Als Mädchen eine Stadt zu vertreten ist keine leichte Aufgabe.
Vor allem wenn man selbst noch ein Kind ist.
Als ich England kennenlernte, war ich nicht mehr einsam.
Er brachte mir lesen, schreiben und rechnen bei, und er lehrte mir das Leben einer Nation zu begreifen und zu leben.
Im laufe der Zeit bescherte mir dieses Wissen industrielle Vorteile.
Doch wenn er zurück in sein Land ging,
und ich wieder alleine war,
wurde ich wieder einsam und konnte die vielen Nächte bis zur seiner Rückkehr nicht schlafen.
Ich vermisste einfach sein Lachen...
Er blieb lange weg, länger als sonst!
Ich dachte schon, dass er mich vergessen hatte.
Doch eines Tages...
"Elberfeld!"Seine Stimme durchdrang den dunklen Schleier meiner Einsamkeit und sein Lächeln rettete mich vor der Dunkelheit.
"England!"
"Du bist groß geworden."
"Und du hast dich kein bisschen Verändert!"Er brachte mir Karten verschiedener Länder und erzählte mir von Schiffen und Erfindungen die er sah.
Und am Abend brachte er mich ins Bett, las mir aus meinem Lieblingsbuch King Arthur vor und deckte mich zu.
Eine Vorgehensweise, die sonst nur Eltern taten.
Ich schlief auch am Anfang gut, aber wie jede Nacht fing ich an zu weinen, ohne jeglichen Grund.
Ich wüsste zu gerne, warum ich immer weinen muss...
Ich stand auf und tastete mich zur Tür.
"England?"
"Oh, Elberfeld? Warum bist du denn noch wach?"Ich umklammerte meinen Teddybären und unterdrückte meine Tränen.
"Ich kann nicht schlafen, schläfst du heute Nacht bei mir?"Er stand vom Stuhl auf und strich mir über meine Haare.
"Ist okay, ich komme gleich."Ich nickte.
"Oki!"England machte sich Bettfertig und kam mit einer Kerze in der Hand ins Zimmer.
"I am a good girl England! Ich bin brav im Bett geblieben."England lachte leise:
Er setzte sich neben mich aufs Bett und stellte die Kerze auf der Kommode ab, er blies sie nicht aus, sondern legte sich hin und deckte uns zu.
"Yes, I see..."
Ich saß neben ihm und sah ihn intensiv an.
"England?", fragte ich vorsichtig.Er drehte sich zu mich.
"Ja?"Ich zögerte.
"Gibst du mir einen Gutenacht Kuss?"Er zog eine Augenbraue hoch.
"Was?"Ich deutete auf meine Stirn.
"A good, night, kiss," formulierte ich zusammen.England schien ein Licht aufzugehen.
"Oh, ich verstehe!"Er hob meinen Ponny leicht an und gab mir einen kurzen Kuss auf meine Stirn.
"Hier."Ich lachte glücklich auf, doch dann wurde mir ganz anders und mein Gesicht bekam einen enttäuschten Ausdruck.
England bemerkte es sofort.
"Hmm? Was ist plötzlich los mit dir?", fragte England mich besorgt.Ich blieb still und versteckte mein Gesicht hinter meinen Haaren.
England nahm mich sachte an den Schultern und drehte mich zu ihm hin.
"Rede mit mir, was ist denn auf einmal...!?"Bevor er den Satz beenden konnte, hielt ich ihm am Arm und gab ihm einen Kuss auf seinem Mund.
Erschrocken drückte er mich schnell weg.
"What the bloody hell!? Elberfeld was sollte das?!", rief er schockiert und überrascht auf.Ich plusterte beleidigt meine Wangen auf.
"Warum darf ich dich nicht auf den Mund küssen? Du hast mich doch auch auf die Stirn geküsst!"England lief etwas rot an.
"Naja, es gibt einen Unterschied zwischen einem Kuss auf der Stirn und einem Kuss auf dem Mund," erklärte er zögernd.Ich legte meinen Kopf schräg.
"Was denn für einen Unterschied?", fragte ich nach.England kratzte sich nachdenklich an der Nase.
Als er anscheinend die richtigen Worte gefunden hatte, erklärte er:
"Also: Küsse auf die Lippen sind nur für ganz besondere Menschen gedacht."Ich erzürnte:
"Bin ich etwa für dich kein besonderer Mensch!?"England fuchtelte panisch mit den Händen.
"Nein, nein! Du verstehst mich falsch! Man gibt nur Liebespartnern einen Kuss auf den Mund."Ich stockte und England atmete erleichtert aus.
"Weißt du, irgendwann wirst du einen Jungen kennenlernen, den du lieben wirst und der dich liebt, und dann wirst du ihm diesen Kuss geben, hast du das verstanden?"Ich ging noch mal alles im Kopf durch.
"I-ich denke schon...," murmelte ich hervor.England lachte.
"Na dann ist ja gut."Er blies die Kerze aus.
"Goodnight Elberfeld, have sweet dreams."Ich legte mich hin, mehr frustriert als glücklich.
"Gute Nacht, England..."
Das Ticken der Standuhr begleitete meine Schlaflosigkeit.
"Nur Liebespartnern?", flüsterte ich leise vor mich hin.Ich drehte mich zu England der schon längst eingeschlafen war.
Wenn er schlief hatte sein Gesicht wirklich etwas kindliches.
Ich spürte wie Tränen meine Wangen runter kullerten.
"Ich liebe dich England, ich will für immer mit dir zusammen sein, ich will nur dich sehen wenn ich Morgens aufwache und Abends sollst du der letzte sein den ich sehe bevor sich meine Augen zum schlafen legen schließen. Ich liebe dich, denn ich will dir immer so oft es geht dich auf den Mund küssen, doch weiß ich das du sie nicht erwidern willst und kannst."Ich schluchzte.
"Wenn du mich nicht lieben kannst, dann bleib für immer bei mir, damit wir immer zusammen seien können, versprich es mir, bitte..., denn ohne dich, will und kann ich nicht mehr leben!"
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