Mein Herr, der du mir das Leben einer Nation schenkte.
Ich erinnere mich noch an jenem Tag, wo sie mir meinen wahren Namen verrieten, und auch an diesen Schicksalhaften Tag, wo sie mich für immer verließen...
Sie standen damals auf einen der vielen Hügel von ihrem Stück Land und sahen ins Tal hinab:
"Sie wollten mich sprechen Heer?"
Sie drehten sich um zu mir.
"Ich habe schon auf dich gewartet"
Ihr Blick wanderte langsam zurück zum Tal.
"Sag: Was siehst du hier?"
Ich trat neben ihnen und sah hinunter ins Tal und überlegte.
"Nun; ich sehe Felder, den Fluss Wupper und die Burg, die noch nicht fertig ist."
Sie lachten.
"Richtig! Und wem gehört das alles?"
Ich war verblüfft über diese Frage.
"Ihnen Heer?", fragte ich zögernd.
Sie breiteten ihre Arme aus, als ob sie die Welt umarmen wollten.
"Ja. Ich habe dieses Stückchen Land vom König geschenkt bekommen, als Dank meiner Heldentaten! Seit er es mir überlassen hat, ist es meins!"
Sie stockten und wurden auf einmal sehr nachdenklich.
"Jedoch..."
Sie lächelten mir sanft zu.
"Kennst du die Länder dieser Welt?", fragten sie mit einem traurigen Unterton.
Ich schüttelte den Kopf.
"Ich weiß das ihr Land zu Preußen gehört, meinten sie das damit?"
Sie seufzten.
"Elberfeld, du wirst bald bemerken, dass du anders bist. Die Welt ist viel größer, als du es dir jetzt vielleicht vorstellen kannst. Sie geht viel weiter als nur über diese Hügel! Sie erstreckt sich über Berge und Felder und sogar übers Meer! Wenn du älter bist, wirst du diese fremde neue Welt erforschen wollen und glaub mir, dafür wirst du sehr viel Zeit haben! Du wirst immer neues entdecken, neue Kulturen und Sprachen kennenlernen..."
"Was wollen sie mir sagen Heer!", unterbrach ich sie ängstlich.
Sie machten eine Lange Pause und verfolgten die Sonne die langsam hinter den Hügeln unter ging.
"Du wirst uns alle überleben Elberfeld. Deine Freunde, die Menschen aus dem Dorf, ja und sogar mich!"
Ich versteinerte durch den Schock.
"Oh nein, mein Heer! Sie werden doch nicht etwa bald...!?"
Ich hielt inne. Wollten sie etwa sagen, dass sie bald sterben werden, war es dies, was sie damals so vergeblich versuchten zu erklären?
"Ich werde die fertigstellung dieser Burg wohl nicht mehr miterleben, doch du, ja du bist noch jung! Aber das Leben jeders geht irgendwann vorüber, früher oder später... Dir jedoch, habe ich dieses Schiksal erspaart."
Ich klammerte mich an ihren Umhang.
"Sie sollen nicht sterben! Ich will das nicht wer passt denn dann auf mich auf? Warum will Gott sie audgerechnet jetzt zu sich holen? Gott ist böse wenn er sie mir wegnimmt!"
Ich fing an zu weinen, doch sie mein Heer, sie blieben still.
"Elberfeld, du darfst Gott nicht zum Schuldigen machen. Es ist menschlich zu sterben. Selbst Tiere sterben irgendwann, so auch wir. Weißt du, als ich das Stück Land bekam, suchte ich nach einem Neugeborenem, was das Leben eines Landes leben sollte. Und als ich die Wupper entlang ritt, fand ich ein Kind in einem Korb. In Legenden und in der Bibel sind Kinder die in einem Korb in einem Fluss gefunden werden Hoffnungsschimmer in dunklen Zeiten. Sie sind Heilige! Es war wie ein Zeichen Gottes, dass du dieses Kind seien solltest."
Ich drückte mein Gesicht in ihrem Umhang.
"Hören sie auf! Bitte, reden sie nicht davon, dass ist zu viel! Ich verstehe es einfach nicht," schluchtzte ich hervor.
Ich spüte ihre Hand auf meinem Kopf, sie war warm und gab mir ein Gefühl der geborgenheit.
"Elberfeld... Weißt du deinen richtigen Namen? Ich meine Damit; deinen Personennamen."
"N- nein Sir..., ich war doch noch ein Baby als sie mich aufnahmen", antwortete ich kleinlaut.
Sie hockten sich hin, um mit mir auf einer Augenhöhe zu sein.
"Ich werde ihn dir jetzt verraten. Aber du darfst ihn niemals vergessen, weder deine Träume, Wünsche und Ziele. Bleib dir immer als Person treu und verstell dich nicht nur weil andere es von dir verlangen. Hast du das verstanden?"
Ich nickte nur stumm.
"Dein wahrer Name ist..."
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