Die Jahre verstrichen und der Ritter wurde älter und zerbrechlicher.
Er war schon zu alt um in den Wald zu gehen um zu jagen oder einfach einen Ausritt zu machen.
Kränklich liegt er nun im Bett und wünscht sich nichts mehr als seinen treuen Knappen noch einmal zu sehen. Und so schickte er Boten die im Elben Feld den Wunsch des Ritters an Bäume hefteten und hofften das das Elbenkind dies sehen würde.
Doch das Elbenkind wusste schon lange bescheid und als die Sonne unterging bildete sich Nebel.
"Sie haben mich gerufen Herr?"Der alte Ritter öffnete seine Augen.
Neben seinem Bett stand wirklich sein treuer Diener. Trotz all den Jahren die verstrichen waren, sah sie immer noch aus wie ein Kind.
Er winkte mit seiner Hand, als Zeichen das sie näher kommen soll.
"I- ich wusste das du kommen würdest," sprach er mit rauer Stimme.Er streichte ihr mit seiner zitternden Hand übers zusammen gebundene Haar. Es fühlte sich weich, jedoch sehr glatt an, beinahe wie Seide.
"Sie werden heute sterben, nicht wahr? Ihre Seele löst sich schon von ihrem Körper, denn ihre Hand ist kalt wie Schnee."Mit Trauer erfüllten Augen sah er sie an.
All die Jahre haben sie sich nicht gesehen und doch wusste sie genau was los ist.
"Ich wollte noch einmal vor meinem Tod meinen treuen Knappen sehen, der nicht nur mich, sondern auch meine Frau vor dem Tod bewahrte," erklärte er nüchtern.Sie nahm seine Hand und hielt sie ganz fest.
"Sagen sie mir was sie brauchen um gesund zu werden. Ich kann bestimmt helfen, doch sterben sie bitte noch nicht!"Der Ritter lachte.
"Lass es gut sein. Ich lebte lang genug, es ist Zeit für mich zu sterben. Mein einziger Wunsch war es dich noch einmal zu sehen. Ich hatte nie eigene Kinder, doch du wolltest dich immer mir beweisen, mir beweisen, dass ich stolz sein kann und meine...meine Tochter! Ich bin stolz auf dich."Tränen liefen an seinen Wangen hinunter.
Auch das Elbenkind fing an zu weinen, jedoch stumm und ohne Emotion.
"Lassen sie mich nicht allein... Ich will nicht einsam sein... Bitte, Vater."Der Alte lächelte und vergoss eine letzte Träne bevor sich seine Augen für immer schließten.
"Danke, dass du mich Vater genannt hast, mein Kind..."Die Hand, die das Elbenkind so fest in ihrer Hand hielt wurde schwer und löste sich vom klammernden Griff. Langsam rutschte sie aus ihren Händen und sank leblos neben seinen Körper.
Plötzlich überkam es dem Elbenkind und sie fing an bitterlich zu weinen.
Sie hockte neben seinem Bett und drückte die Hand des toten Ritters so fest sie konnte.
"Vater! Bitte nicht! Du darfst nicht sterben nicht jetzt! Nicht jetzt..."Man vernahm noch die ganze Nacht das weinen des Kindes in der Burg und am nächsten Morgen, als die Makt ins Schlafgemach eintrat, war sie verschwunden.
Nur der Ritter lag ohne jegliches leben mit einem friedlichen Lächeln auf den Lippen im Bett, die Hände fürs letzte Gebet gefaltet.
Der Ritter wurde auf einem Berg beerdigt, wo er immer mit seinem Knappen hinging, um den Sonnenuntergang zu beobachten. Viele Freunde und Untertanen versammelten sich um ihn die letzte Ehre zu erweisen.
Man erzählt sich, dass auch das Elbenkind an diesem Tag sein Grab besuchte.
Man sagt, dass auf einmal dichter Nebel auftrat.
Manch einer meint, eine Gestalt gesehen zu haben, kaum größer als ein Kind.
Die Gestalt soll laut der Geschichte im Schutze des Nebels aus dem Elbenwald getreten sein.
Andere vernahmen ein leises weinen.
Und als der Nebel sich aufklärte erblickten sie einen Sädling einer Eiche auf dem Grab des Ritters gepflanzt.
Und an einem Zweig war ein goldenes Glöckchen, wie aus der Legende, gebunden, was beim Wind erklingt.
Und so erzählt man sich noch heute, dass immer wenn Nebel im Elbenfeld auftritt, dass Elbenkind seinen verstorbenen Herrn besucht und im Schutz des Nebels um ihn trauert.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen